





Am 26. September 1990, Gertrud Luckners Geburtstag, weiht die Schule in ihrem Beisein die Bibliothek ein. Unter dem Dach des Schulgebäudes in der Kirchstraße fanden die zunächst nur wenigen Bücher eine Bleibe.
Die Sanierung des Gebäudes in den 90-er Jahren und die wachsenden Raumansprüche der Kunstakademie machten mehrere Umzüge innerhalb des Hauses notwendig. Mit der Fertigstellung und dem Bezug des Gebäudes ist die Bibliothek nun in einem hellen und großzügigen Raum im 3. Obergeschoss untergebracht.
In ihrem Testament hat Gertrud Luckner unsere Schule mit einer noblen Schenkung bedacht:
Mit dem Deutschen Caritasverband und der Universitätsbibliothek Freiburg erhielt sie 1996 einen Teil ihrer Bibliothek - mit ca. 750 Bänden - und ihres Schriftnachlasses. Die Erschließung des Nachlasses überforderte in den vergangenen 15 Jahren die zeitlichen und fachlichen Ressourcen der Schule. Die Bibliothek versank in einer Art Dornröschenschlaf. Seit dem Herbst 2010 jedoch hat sich die Situation grundlegend geändert. Die Stadtbibliothek Freiburg stellt im Rahmen des von ihr verantworteten Projekts Freiburger Schulbibliotheksnetz die Infrastruktur zum fachgerechten Ausbau und Betrieb der Bibliothek zur Verfügung. Die Erschließung des Nachlasses gestaltet sich höchst zeitaufwendig und spannend zugleich. Denn Gertrud Luckner ist eine außergewöhnlich engagierte und weltoffene Leserin gewesen. Der Mehrzahl ihrer Bücher hat sie Zeitungs-Rezensionen, Briefe, Postkarten sowie handschriftliche Notizen beigefügt.
Die Bücher ihrer persönlichen Bibliothek sind in ihren eigenen originalen Regalen nun herausragender Teil der Gertrud-Luckner-Bibliothek. Hier finden sich vor allem Bände aus den Bereichen Belletristik, Theologie und Philosophie, aber auch viele Kunst- und Reisebücher mit dem Themen-Schwerpunkt Israel. Als Beispiele seien genannt: Erich Fromms You shall be as Gods, Reinhold Schneiders Erscheinung des Herrn - Sonette (beide Bände mit Widmungszeilen), Joseph Roths Hiob. Mittlerweile sind die ca. 750 Bände des Buchnachlasses Gertrud Luckners, aber auch die ca. 1200 Bände, die im Laufe der Jahre angeschafft worden sind, fachgerecht erfasst und die Textzeugnisse (u. a. Briefe, Zeitungsausrisse, Typoskripte, Notizzettel) ersten Durchsichten und einer vorläufigen Archivierung unterzogen worden.
Es sind vor allem die Themen, die Gertrud Luckner ihr Leben lang beschäftigt haben:
Also der Holocaust mit seinen Wurzeln, wie z. B. der Ideologie des Antisemitismus, jüdische Geschichte, der christlich-jüdische Dialog (siehe u.a. den von Gertrud Luckner begründeten Freiburger Rundbrief). Verstärkt widmet sich die Bibliothek jetzt den Themen Weltreligionen und ihr Verhältnis zueinander sowie Migration und Menschenrechte.
Mit ihrer Wiedereröffnung am 10. Mai 2012 ist eine hoffentlich nachhaltige Ausstrahlung der Gertrud-Luckner-Bibliothek eingeleitet worden.
Die Bücher des Nachlasses Gertrud Luckners wie auch der aktuelle Bibliotheksbestand sind über den Link http://freiburg.iopac.de/iopac/GLG/ online einsehbar.
Dienstag 13:15 - 16:00 Uhr, Donnerstag 10:00 - 13:00 Uhr sowie in Absprache mit der Bibliotheksleitung
Die Bibliothek leitet ehrenamtlich Franz Brockmeyer, pensionierter Lehrer der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule. Er ist über das Sekretariat Kirchstraße (Telephon: 201-7873), direkt in der Bibliothek (Telephon: 201-7870) oder per email: brockmeyer@glg-freiburg.de erreichbar.
Andere Teile der Privatbibliothek Gertrud Luckners befinden sich in der Universitätsbibliothek Freiburg und in der Bibliothek des Deutschen Caritasverbandes. Alle drei Bibliotheken können jetzt auch über einen gemeinsamen Nachlasskatalog erreicht werden.
Den Nachlass Gertrud Luckners bewahrt das Archiv des Deutschen Caritasverbandes.
Der Freiburger Rundbrief, von Gertrud Luckner begründet, ist in seiner Zielsetzung dem Lebenswerk Gertrud Luckners verpflichtet.
(November 2012)