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Gertrud-Luckner-Bibliothek

 

Gertrud-Luckner-Bibliothek

Noch zu Lebzeiten der Namengeberin unserer Schule beschloss das Lehrer-Kollegium, eine Bibliothek aufzubauen, die in ihrem Buchbestand dem Lebenswerk Gertrud Luckners in besonderer Weise verbunden sein soll.

Unter dem Dach des Schulgebäudes in der Kirchstraße fanden die zunächst nur wenigen Bücher eine Bleibe.
Die Sanierung des Gebäudes in den 90-er Jahren und die wachsenden Raumansprüche der Kunstakademie machten mehrere Umzüge innerhalb des Hauses notwendig, die die Arbeitskraft der betreuenden Kollegen (Erika Roggatz vor allem, später dann auch Franz Brockmeyer) nahezu vollständig absorbierten. Mit der Fertigstellung und dem Bezug des Gebäudes ist die Bibliothek nun in einem hellen und großzügigen Raum im 3. Obergeschoss untergebracht.

Der derzeitige Buchbestand lässt sich in fünf Sachgebiete gliedern:

  1. Judentum
  2. Antisemitismus
  3. Israel und seine Nachbarn
  4. Literatur
  5. Emigration, Migration, Menschenrechte

Als Beispiele seien genannt:

  • Weltatlas der alten Kulturen – Jüdische Welt
  • Grit Philipp: Kalendarium der Ereignisse im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück 1939-1945
  • Uri Avnery: Mein Freund, der Feind.
  • Selbstverständlich sammelt die Bibliothek auch den von Gertrud Luckner gegründeten „Freiburger Rundbrief – Neue Folge. Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung”.

In ihrem Testament hat Gertrud Luckner unsere Schule mit einer noblen Schenkung bedacht:
Zusammen mit der Universitätsbibliothek Freiburg und dem Caritasverband erhielten wir ihre Bibliothek und auch deren Einrichtung. Doch erst nachdem die Universitätsbliothek und wohl auch der Caritasverband ohne Absprache den Bestand gemustert und für sich eine Auswahl getroffen hatten, bekam die Schule ( Erika Roggatz und Franz Brockmeyer) Gelegenheit, die verbliebenen Hunderte von Büchern in einem Lager der Caritas in Augenschein zu nehmen und zu sortieren. Die Arbeit des Aufnehmens und Katalogisierens der umfänglichen Bibliothek steckt noch in den Anfängen: Kartons, bis zum Rand gefüllt. Die Arbeit ist höchst zeitaufwendig und spannend zugleich. Ist Gertrud Luckner doch eine äußerst engagierte und weltoffene Leserin gewesen. Der Mehrzahl ihrer Bücher hat sie Rezensionen, Korrespondenzen, handschriftliche Notizen beigefügt. Ihre persönliche Bibliothek ist in ihren eigenen, originalen Regalen nun herausragender Teil der Gertrud Luckner-Bibliothek. In ihr finden sich beispielsweise Erich Fromm: You shall be as Gods; Reinhold Schneider: Erscheinung des Herrn – Sonette (beide Bände mit Widmungszeilen); Joseph Roth: Hiob.

Entgegen ihrem Anspruch und den Vorstellungen der Initiatoren führt die Bibliothek zur Zeit noch ein Aschenputtel-Dasein.
Dies hat mehrere Ursachen: Die gesamte elektronische Datenerfassung der 90er Jahre ist für einen sinnvollen Bibliotheksbetrieb nicht mehr nutzbar; die Etikettierung und Katalogisierung sehr vieler Bücher müssen wegen gravierender Materialmängel erneuert werden; die Bibliothek hat nur einen sehr bescheidenen Ankauf-Etat; regelmäßige Öffnungszeiten kann es zur Zeit wegen Personalmangels nicht geben.

Die Erfüllung dreier Wünsche gewährt im Märchen eine gute Fee. Nur im Märchen?

Die „gute Fee” ist (November 2010) erschienen:
Die Stadt Freiburg stellt die Bestände ihrer Schulbibliotheken nach und nach ins Netz. Die Rolle der „Geburtshelferin“ spielt bei diesem Projekt die Stadtbibliothek. Sie hat die Federführung in den Bereichen Bibliothekstechnik und Informationstechnologie. Die Gertrud Luckner-Bibliothek beteiligt sich seit Sommer 2010 an diesem Unternehmen, ohne dabei ihre organisatorische oder gar inhaltliche Eigenständigkeit aufzugeben.

Inzwischen sind die ca. 500 Bände des Buchnachlasses Gertrud Luckners bibliographisch erfasst, die Textzeugnisse (u. a. Briefe, Zeitungsausrisse, Notizzettel), die in viele Buchexemplare eingelegt waren, einer ersten Durchsicht und Katalogisierung unterzogen worden.

Die Aufgaben der nächsten Monate (bis Juli 2011) sind, knapp zusammengefasst:

  • Nach der Aufnahme des Buch-Nachlasses erfolgt in einem zweiten Schritt die Sichtung, Sicherung und Katalogisierung des Teils des Schriftgut-Nachlasses, den Gertrud Luckner „ihrer“ Schule überlassen hat.
  • Die elektronische (Neu-) Datenerfassung des Bibliotheksbestandes betreut ab November 2010 ein Fachmann der Stadtbibliothek.
  • Mit dem Sommer 2011 wird die Bibliothek, zunächst einmal wöchentlich, Interessenten offenstehen.
  • Die Öffnung der Bibliothek werden themenbezogene Veranstaltungen, zunächst für die Schulöffentlichkeit, begleiten.

 

Für die Bibliothek verantwortlich ist Franz Brockmeyer, pensionierter Lehrer der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule.
Er ist über das Sekretariat Kirchstraße (Telefon: 201-7870) erreichbar und freut sich über jedwede Unterstützung.

 

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Gertrud-Luckner-Gewerbeschule • Bissierstr. 17 • 79114 Freiburg • Telefon: 0761/201-7853 • Fax: -7855